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Blutegeltherapie

= aus dem Griechischen: Echis = kleine Schlange

 

Die Blutegeltherapie wird schon seit Jahrtausenden sowohl bei Menschen wie auch bei Tieren angewendet und gilt somit als eine der ältesten Heilmethoden. Auch schon in der chinesischen Medizin wurden Blutegel auf bestimmte Akupunkturpunkte gesetzt (Hirudopunktur) um überschießendes Qi (Energie) zu beseitigen. Diese Therapiemethode findet auch heute noch mit großem Erfolg Ihre Anwendung.

Im Mittelalter handelte es sich bei der Blutegeltherapie um eine „arme-Leute- Medizin“, da diese in der Natur frei zu finden waren. An Wissen um die Inhaltsstoffe des Blutegelspeichels (SALIVA) fehlte es damals noch sehr und nicht selten wurden zu dieser Zeit bis zu 100 Blutegel pro Patient verwendet, wobei der hierdurch hervorgerufene Aderlass oftmals zum Tod des Patienten führte und nicht die ursprüngliche Krankheit. Durch die damalige maßlose Verwendung der Blutegel, war deren Bestand Ende des 18. Jahrhunderts stark gefährdet.

Der Blutegel entstammt der Ordnung der Ringelwürmer (Annelida) und ist somit ein naher Verwandter des Regenwurmes (Brockhaus). Schätzungsweise gibt es weltweit bis zu 700 verschiedene Egelarten. Hiervon finden sich Hirudo medicinalis und Hirudo verbana in der medizinischen Anwendung wieder.

Blutegeltherapie am Pferd

Der Biss wird nicht als schmerzhaft empfunden. Etwa die ersten zwei Minuten ist ein leichtes Brennen zu spüren, vergleichbar mit der Berührung einer Brennnessel. Durch die schmerzstillende Wirkung des „Wirkstoffcocktails“ verschwindet dieses Gefühl in kürzester Zeit.

Die Inhaltsstoffe des SALIVA und deren Wirkungsweise sind wissenschaftlich noch nicht komplett entschlüsselt. Hauptwirkstoffe sind unter anderem:

  • Hirudin = gerinnungshemmend
  • Hyaluronidase = „Spreading factor“: öffnet das Gewebe, wodurch eine bessere Aufnahme der Wirkstoffe gewährleistet ist
  • Calin = gerinnungshemmend, Wundreinigung
  • Orgelase = fördert Mikrozirkualtion
  • Hementin = Thrombenauflösend
  • Bdelline = entzündungshemmend
  • Egline = aktivitätshemmend von zerstörerischen Enzymen

 

Der Saugakt kann von einer halben, in seltenen Fällen bis zu zwei Stunden dauern. Dieser sollte nie gewaltsam unterbrochen werden, weil dadurch ein Erbrechen des Egels gefördert werden kann. In dessen Magen befindet sich das Aeromonas-Bakterium (Aeromonas hydrophila), welches bei Erbrechen in die Wunde gelangen und eine erneute Infektion hervorrufen kann.

Aus der Ethologie weiß man, dass Tiere in freier Wildbahn bewusst Gewässer mit Blutegeln aufsuchen, um sich von diesen „behandeln“ zu lassen. Oftmals zeigen unsere Tiere bei der Blutegelbehandlung keine Abwehrreaktion, sondern dösen einfach so vor sich hin oder schlafen hierbei sogar ein. Es erweckt manchmal den Anschein, als ob sie die Blutegel sogar als wohltuend empfinden. 

Nachstehend einige Indikationen bei unseren Tieren:

 

Krankheiten des Bewegungsapparates

  • Hufrehe
  • Arthrose
  • Diskopathie
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Gelenkgallen
  • Spondylose
  • Arthritis
  • Hufrollenerkrankungen
  • Patellaluxation
  • Spat
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Rheuma
  • Muskelproblematiken
  • Muskelatrophie
  • Verletzungen von Bänder und Sehnen

 

Hautproblematiken

  • Ekzeme
  • Sommerekzem
  • postoperative Wunden
  • Abszesse
  • Juckreiz
  • Pyodermien
  • Mauke
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Furunkel
  • schlecht heilende Wunden

 

Neurologische Beschwerden

  • Ataxie
  • Nervenentzündungen/-verletzungen

 

Bei der Blutegeltherapie handelt es sich um eine medizinische Anwendung und sollte daher nur durch einen geschulten Blutegeltherapeuten durchgeführt werden. Bei sachgemäßer Anwendung und unter Beachtung der nachstehenden Kontraindikationen, sind nach der Blutegeltherapie kaum Nebenwirkungen zu erwarten. In seltenen Fällen kann es zu lokalen Hautreaktionen oder einer verlängerten Nachblutungsphase kommen.

Kontraindikationen:

  • Tiere mit einem Gewicht unter 7 KG
  • Blutgerinnungsstörungen (Blutern)
  • Trächtigkeit
  • Anämie (Blutarmut)
  • Histaminunverträglichkeit
  • bei Verabreichung von gerinnungshemmenden und blutverdünnenden Medikamenten (z. B. Schmerzmittel, Herzmedikamente)
  • Fieber
  • Maligne Tumore
  • Immunschwäche
  • Magengeschwüre
  • und bei Tieren mit schlechter Konstitution

 

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