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Akupunktur

= aus dem Lateinischen: akus = Nadel, pungere = stechen

 

Das Jahrtausende alte Heilverfahren „Akupunktur“, findet seine Wurzeln in der chinesischen Medizin und wurde ursprünglich mit sogenannten Steinnadeln durchgeführt. Das belegen auch Grabfunde in der Mongolei, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass schon in der Steinzeit (6000 – 8000 v. Chr.) ähnliche Therapiewerkzeuge in der Human und Tiermedizin verwendet wurden. Aufzeichnungen darüber tauchten erstmals in Form von Knocheninschriften in der Shang-Dynastie (1766-1122 v. Chr.) auf; jedoch stammen erste konkrete Angaben zur Veterinärakupunktur und Moxibustion (= das Erwärmen von Akupunkturnadeln mittels Beifußkraut) von dem Reitgeneral und Tierarzt Sunyang (900 v. Chr.).

Akupunktur am Pferdehuf

Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der TCM (traditionelle chinesische Medizin), welche auf den Lehren von Yin und Yang, der Fünf Elemente, sowie den Meridianen basiert.

Hiernach wird der Körper von Meridianen (Leitbahnen) durchzogen, in denen Qi (Lebensenergie) fließt. Die Meridiane haben einen Bezug zu Organen und Körperregionen. Auf diesen Leitbahnen befinden sich ca. 400 Akupunkturpunke, über die durch Stimulation der Energiefluss reguliert werden kann.

Bei den Akupunkturpunkten handelt es sich um Ein- bzw. Austrittsstellen von Nerven- und Gefäßbündeln durch die Faszie (Muskelhülle). Forscher haben an den jeweiligen Hautstellen eine erhöhte Dichte von Nervenfasern und Gefäßen festgestellt. Man nimmt an, dass durch das „Reizen“ des Akupunkturpunktes ein Impuls ausgelöst wird, welcher über das periphere Nervensystem an das zentrale Nervensystem (Rückenmark, Gehirn) weitergeleitet wird. Dadurch werden Endorphine (Glückshormone) freigesetzt, die das Schmerzempfinden im Gewebe hemmen.

Da der elektrische Hautwiderstand an Akupunkturpunkten deutlich niedriger ist, können diese mittels Punktsuchgeräte lokalisiert und stimuliert werden.Man kann sich dies vorstellen wie ein Autobahnkreuz: während im Auf- und Abfahrtenbereich sich der Verkehrsfluss verlangsamt, ist dieser auf der Geraden deutlich schneller.

Um eine TCM-Diagnose erstellen zu können, sucht der Tiertherapeut nach Dysharmonien im Körper des Patienten. Dabei bedient er sich verschiedener Techniken der TCM:

  • Shu-Punkte (Zustimmungspunkte)
  • Mu-Punkte (Alarmpunkte)
  • Pulsdiagnose
  • Zungendiagnose

 

Die traditionelle chinesische Untersuchung besteht aus vier Teilen:

  • Sehen
  • Hören
  • Tasten
  • Riechen

 

Der erste Eindruck des Tieres ist also für den TCM-Therapeuten von äußerster Wichtigkeit, da die körperliche Konstitution und das Verhalten bereits wichtige Hinweise für die Diagnose ergeben können. Da sich unsere Tiere verbal nicht äußern können, ist die Befragung des Tierbesitzers sehr wichtig. Oftmals kommen den Tierbesitzern die Fragen recht seltsam vor, da sie nicht immer einen erkennbaren Zusammenhang zu der momentanen gesundheitlichen Problematik ihres Tieres zulassen:

  • Wie ist das Verhalten gegenüber Artgenossen und Fremden?
  • Treten die Symptome immer wieder verstärkt zur gleichen Uhrzeit auf? Wann?
  • Liegt es lieber vor dem Sofa, oder auf dem Sofa? (hart oder weich)
  • Wie ist die Futter- und Wasseraufnahme?
  • Bevorzugt es eher sonnige oder schattige Liegeplätze?
  • usw.

 

Für den Tiertherapeuten können sich jedoch bezüglich der TCM-Diagnose daraus aber sehr wichtige und vor allem weiterführende Hinweise ergeben. Aus hygienischen Gründen werden bei der Akupunktur sterile Einwegnadeln verwendet. Infektionen und Krankheitsübertragungen sind somit ausgeschlossen. Die Akupunktur wird von den meisten Tieren als „wohltuend“ empfunden. Nach einigen Minuten kann man eine deutliche Müdigkeit des Tieres erkennen. Diese hängt jedoch mit der Entspannung zusammen, welche die Akupunktur bewirkt. Bei überempfindlichen Hautregionen kann es gelegentlich zu einem kurzen Ziehen oder Kribbeln kommen, welches jedoch nach einigen Minuten verschwindet. Im Anschluss an eine Akupunkturanwendung sehnen sich die Patienten meist nach etwas Ruhe, welche ihnen auch für den restlichen Tag gegönnt werden sollte.

Bei Tieren die ängstlich auf Nadeln reagieren (Blutentnahme, Impfung, usw.), ist es sinnvoll, eine andere Therapiemöglichkeit in Erwägung zu ziehen.

 

Hier einige Indikationen bei unseren Tieren:

  • Erkrankungen im Bewegungsapparates
  • Haut- und Fellprobleme
  • Allergien
  • Neurologische Erkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Gynäkologische Indikationen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Muskelverspannungen
  • Schmerztherapie
  • Aktivierung des Immunsystems
  • Konstitutionstherapie

 

Da es sich bei der Akupunktur um ein sehr umfangreiches Therapiekonzept handelt, sollte dessen Anwendung nur durch geschulte TCM-Therapeuten erfolgen.

 

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